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Für solche Leistungsentfaltung halte ich nun konkrete Tips & Tricks bereit:
Grundvoraussetzung ist ein kerngesunder Motor. Dies ist folgendermaßen zu testen:
- Der Motor sollte einer Kompressionsprüfung unterzogen werden. Wichtig ist ein gleichmäßiger Kompressionsdruck auf allen Zylindern. Drücke größer als 8,5 Bar sind noch in Ordnung, 10 bar oder mehr sind spitze. Bei unterschiedlicher Kompression ist Vorsicht geboten, hier sollte der Kopf abgenommen werden zur Überholung. Auch das Zündkerzenbild ist ein sehr gutes Instrumentarium, um den Zustand eines Motors zu beurteilen.
- Der Motor sollte richtig eingestellt sein. Serienmäßig sind 6 +- 2 Grad vor OT und 0,7% +- 0,4% CO vorgegeben. Bei Tuningchips ist auf die Werte der Tuner zu achten, bzw. sind diese zu erfragen. Bei kleineren Ladeluftkühlern wie bei Corrado oder Klima-Golf sollte nicht mehr Vorzündung als 6 Grad gewählt werden, wegen der Klopfwahrscheinlichkeit. Bei großen LLKs kann 8 Grad Vorzündung gewählt werden.
- Prüfung des Leerlaufstabilisierungsventils (LSV), welches oft für Leistungsverluste verantwortlich ist. Dieses befindet sich über dem Zylinderkopfdeckel und regelt die Luft, die aus dem Bypass kommt. Auf keinen Fall ist der Bypass zu schließen, da bei klopfender Verbrennung kein Ladedruck mehr abgelassen werden kann und somit der Motor beschädigt werden könnte. Das LSV ist sehr schnell abgebaut mit einem Kreuzschlitzschraubendreher. Danach ist es am Besten in Benzin oder Universalverdünnung zu reinigen. Durch den Bypass lagern sich dort auch Öldämpfe aus der Kurbelwellenentlüftung ab. Nach Reinigung ist unter dem Sicherungslack zwischen den Stegen des Ausgangs eine Inbußschraube. Durch Verdrehen kann hier nachjustiert werden, falls man beim Durchpusten nicht die volle Dichtigkeit erreicht. Danach wieder mit Sicherungslack vor Verdrehen sichern. Hier werden oft verlorengegangene Pferdestärken wieder reaktiviert! Dabei gleich alle Ladeluftschläuche auf Dichtheit überprüfen und eventuell schwache Schlauchschellen durch neue ersetzen.

- Prüfung der Zündkerzen. Hierbei Zündkerzen ausbauen, Typ der Zündkerze prüfen, Elektrodenabstand prüfen. Offiziell ist nur die Dreifunkenkerze in Platin W6DPO (Bosch) zugelassen. Andere Kerzen können den Motor zerstören! Der Elektrrodenabstand der Kerzen sollte max. ca. 0,8mm betragen (Neuwert: 0,6mm) oder max. nach 30.000km getauscht werden. Ich verwende die Kerze W4CS mit Silberelektrode, die allerdings nach etwas 10.000km bereits gewechselt werden muß. Hier beträgt der serienmäßige Elektrodenabstand ebenfalls 0,6mm, jedoch besitzt sie nur eine Elektrode und ist für heißere Motoren gedacht. Je nach Leistung des Motors kann hier als auch z.B. die W5DPO oder W4DPO gewählt werden. Im Winter jedoch verschlechtert sich zumindest in der Theorie das Ansprechverhalten des Motors, je kälter die Elektrode ist.
- Der Luftfilter sollte sauber sein. Der Einsatz von Sportluftfiltern, wie von K&N oder Kingston, Jamex usw., erlaubt auch keine ewige Anwendung. Auch hier muß der Luftfilter je nach Grad der Verschmutzung gereinigt und danach unbedingt wieder eingeölt werden. Baumwollfilter wie K&N sind weitporiger und daher ist er unbedingt einzuölen, da ansonsten mehr Schmutzpartikel in den G-Lader gelangen können. Auch ist der Vorteil noch Sportluftfiltern nur bei Neufiltern zu spüren bzw. zu hören (Sound ändert sich bei G60). Das ist also oft mehr Einbildung als Leistungssteigerung. Wer also Leistung sucht, der spart sich lieber das Geld für etwas effektiveres.
- Der Benzindruck sollte stimmen. Hierzu sollte vorsorglich der Benzinfilter gewechselt werden. Er befindet sich unter dem Fahrzeug kurz vor dem Tank. Ebenso ist die Einspritzleiste über der Ansaugbrücke auf Undichtigkeiten zu prüfen, da oft der Schlauch unter der Schlauchklemme porös und undicht wird. Hier empfiehlt es sich, ein Stück abzuschneiden und den Schlauch dann wieder auf dem Benzindruckregler festzuklemmen.
- Alle Kontakte der Fühler und Potentiometer prüfen. Widerstände des Temperaturgebers, des Leerlaufschalters, Vollastschalters und des LSV prüfen. Der Vollastschalter ist wichtig für die Einspritzung einer Vollastmenge, bei der die Steuerung über die Lamdasonde deaktiviert wird. Auch die Kontakte zum Nachlauf der Kraftstoffpumpe, Öldruckgeber, Öltemperaturgeber usw. sollten überprüft werden. Zu guter letzt ist der Massekontakt des Kopfes zur Karosserie zu prüfen (z.B. Masseband auf der Drosselklappe). Ebenso wird gerne der Kabelstrang an den Einspritzventilen brüchig, das sollte auch getestet werden. Ebenso ist die Funktion des Klopfsensors zu überprüfen.
- Eine dichte Abgasanlage. Testen durch Zuheben der Endschalldämpfers. Motordrehzahl muß innerhalb kurzer Zeit nach unten gehen, bzw. Motor ausgehen. Wenn nicht, dann bläst der Motor ab. Dies ist im Vollastbereich von Nachteil, da der Motor den Abgasgegendruck braucht. Das kann sich dann z.B. im Nicht-Erreichen der Höchstgeschwindigkeit bemerkbar machen.
- Immer regelmäßig das Motoröl inklusive Ölfilter wechseln. Beim G60 ist aufgrund der relativ alten Konstruktion kein Motoröl mit geringerer Viskosität als 10 zu empfehlen (z.B. 10W-40). Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Castrol RS Vollsynthese 10W-60 gemacht und fahre dieses auch. Es ist auch allgemein ein beliebtes Motoröl für den G60. Bei heißen Motortemperaturen neigen Leichtlauföle dazu, zu dünnflüssig zu werden, die dem Motor schaden. Insbesondere deswegen, da beim G60 Motor durch die Spritzölkühlung der Kolbenböden das Öl sehr hohen Temperaturen ausgesetzt wird. Daher ist ein 10W-60 oder 10W-40 Öl z.B. einem 5W-30 Öl unbedingt vorzuziehen. Moderne Motoren wie der 20V Turbo des Audi S3 velangen nach 0W-30 Öl, diese Motoren sind aber genau darauf abgestimmt und haben auch geringere Toleranzen. Das gute Öl ist jedoch Voraussetzung für Tuningmaßnahmen.
- Der Ladedruck des G-Laders sollte noch in Ordnung sein. Am Besten ist das Einbauen einer Ladedruckanzeige, die man überall erhalten kann (VDO,Racimex oder von Conrad Elektronik). Der serienmäßige Ladedruck liegt bei Serien-Laderrad bei 0,55-0,65 Bar. Entscheidend ist hier auch der Ladeluftkühler und der Zustand der Dichtleisten. Vor der Wahl eines Tuning-Laderrads ist unbedingt eine Überholung des Laders empfehlenswert, esseidenn es ist ein Neulader oder neuwertiger Lader. Dies ist am Besten bei SLS oder dem G-Laderdoktor durchzuführen. Die Adressen sind bereits aufgeführt gewesen. Diese überholen dann den Lader und sagen dann auch anhand des Zustands, welche Laderräder zumutbar sind. Es empfiehlt sich nicht, einen "platten" Lader mittels Laderrad wieder auf Serienniveau zu bringen!
- Das Steuergerät auslesen, ob Motor einwandfrei läuft: In der Mittenkonsole befinden sich beim G60, wenn man die Verkleidung des Schalthebels hochnimmt, drei Stecker: Blau=Digifant Auslese - Schwarz= Spannung 12V - Weiß=ABS-Steuergerät. Drahtbrücke von weißem Stecker gegen Masse halten, Zündung einschalten (ABS Lampe leuchtet dauernd) nach 2 sec Drahtbrücke entfernen. ABS Lampe beginnt zu blinken (Blinkcode) zb *---*-*---*-*-*---*-*----**** = 1232 danach folgt eine längere Bestätigung und der Code wird wiederholt. Jetzt kurz für 2sec. nochmal mit der Drahtbrücke Kontakt herstellen und jetzt wird der nächste Code ausgegeben. Alle Codes aufschreiben und weitermachen bis 4x der Blinkcode 0000 kommt = 4x langes Blinken, jetzt Zündung nicht abschalten und keine Brücke einlegen, sondern den Motor anlassen und für 1 Minute mindestens 60 KMh fahren, jetzt ist der Fehlerspeicher gelöscht. Kontrolle wie vorher. Zündung aus und wie oben beschrieben mit Drahtbrücke von Prozedere von neuem durchführen. Jetzt müßte 4 mal die 4 Blinken = Fehlerspeicher leer, wenn nicht während der Fahrt wieder eine Fehler aufgetreten ist. Ansonsten nun Fahren bis der Fehler auftritt und jetzt Fehlerspeicher auslesen. Jetzt ist der aktuelle Fehler gefunden. Den Fehlercode bitte dann an mich mailen oder im Corrado-Forum posten.
Empfehlenswerte Tuningmaßnahmen:
Chip + Laderrad:
Einen guten Chip erhält man vielerorts, man muß hierbei jedoch am besten die Steuergerätenummer mit angeben, da es da Unterschiede gibt. Tobias Theibach oder SLS bieten gute Chips an. Sicherlich gibt es auch noch andere gute Chips. Ein gutes Bündel ist bei SLS günstig zu bekommen. Bitte nicht auf Versprechungen wie z.B. in ebay reinfallen, in denen nur durch Chip 30PS Leistungssteigerung versprochen wird. Das geht nur mit Laderrad, da der Serienchip ,im Gegensatz zu Chips von vielen Turbomotoren, bereits vollen Ladedruck des serienmäßigen G-Laders zuläßt. Deshalb sind Leistungssteigerungen von ca. 5-10PS realistisch. Laderräder in "Bahnbrenner-Qualität" sind jetzt auch hier zu haben, zu nahezu unschlagbaren Preisen.
Die hier aufgeführten Kombinationen sollen als grobe Anhaltspunkte dienen:
1.) günstig und schnell: ca. 180-210 PS
Chip + 72er Laderrad, ein Fächerkrümmer, sowie beim Corrado oder Passat dem LLK vom Golf oder Rallye-Golf, eventuell 268 Grad Schrick-Nockenwelle.
Preis ohne Einbau: ca. 200 EUR(nur Chip+LR) -1100 EUR (großer LLK ist Voraussetzung)
2.) mittlere Ausbaustufe mit technischem Verstand als Voraussetzung: ca. 210-230 PS
Chip + 70/68er LR + Bypassbegrenzung + Nockenwelle asymmetrisch (SLS oder MCH) + Fächerkrümmer + Auspuffanlage (z.B.: Hartmann (rel. laut) oder Bastuck (sehr laut)) + Bearbeitung der Drosselklappe + großer LLK Golf oder Rallye-Golf bei Corrado und Passat mit bearbeitetem Druckbogen, Benzindruckregler, Zündkerzen.
Preis ohne Einbau: ca.1500 -1900 EUR (großer LLK ist Voraussetzung)
3.) fast Optimum (Optimum unbezahlbar): ca. 240-270PS
Chip + 68/65er (sehr häufige Wartung oder 68er LR + Nockenwelle asymmetrisch, härtere Ventilfedern + Laderbearbeitung Auslaß, Einlaß und Verdränger + großer Ladereingang +verstellbarer Benzindruckregler + Kopfbearbeitung mit größeren Ventilen, Kopf geplant + Bearbeitung Ansaugbrücke und Drosselklappe + Fächerkrümmer Hartmann Bi-Kat + Sportauspuffanlage Bastuck + LLK Rallye Golf + Bypassbegrenzung + erleichterte Schwungscheibe + Ladeluftschläuche optimiert + Ölkühler mit Thermostat + verstärkte Kupplung + andere Kühlerthermostate.
Preis ohne Einbau: ca. 4000 -4750 EUR (großer LLK ist Voraussetzung)
Weitere Möglichkeiten: Vergrößerung des Hubraums auf 1,9l mit Gebrauch von Mahle Schmiedekolben, erleichterte und gehärtete Pleuel, erleichterte Kurbelwelle, Einzeldrosseleinspritzung (z.B.: DBilas) oder Ansaugbrücke von Audi RS2, Einspritzventile Audi RS2 oder Ford Cosworth, Ventile RS2 oder Saab 9000 Turbo, stärkere Benzinpumpe, Motorkopf von Golf/Scirocco 16V mit diversen Änderungen, Tuning-Ladeluftkühler mit Wasserkühlung, Karosserieumbau für optimale Kühlung, eventuell Lachgas- oder Methanoleinspritzung (nicht empfohlen), Umbau auf Turbo (sehr aufwendig, Spezialgetriebe notwendig) usw...
Vorsicht! Alle Methoden sind jedoch eintragungspflichtig und teilweise nur für den Motorsport erlaubt, daher sollten Tuningmaßnahmen vorher mit dem Tuner abgesprochen werden, ob im Hause die Änderungen auch eingetragen werden können. Bei aufwendigen Ausbaustufen ist die Abstimmung beim Tuner sowieso obligatorisch. Keine Gewähr auf die oben angegebenen Werte.
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